Wasserwacht und Feuerwehr üben Eisrettung in Hamlar

Mit den steigenden Temperaturen erhöht sich auch die Gefahr eines Eiseinbruches.
1. Februar 2009
Die tiefen Temperaturen der letzten Wochen sorgten auf vielen Seen für geschlossene Eisdecken. Doch der Eindruck täuscht: Das einsetzende Tauwetter bringt Schlittschuhfahrer und Spaziergänger in Lebensgefahr. Ein Ausflug über das Eis zu Fuß oder auf Kufen kann leicht über eine dünne Stelle im Eis führen. Dicke und Tragfähigkeit des Eises sind für Laien nur schwer zu beurteilen. Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes warnt daher eindringlich vor dem Betreten der Eisflächen, es droht auf einigen Seen Lebensgefahr.

An den vergangenen Wochenenden mussten zahlreiche Personen von den ehrenamtlichen Helfern der Sondereinsatzgruppen (SEG) der Wasserwachten aus akuter Lebensgefahr gerettet werden. 'Damit auch wir für den Notfall optimal vorbereitet sind, führen wir kurzfristig eine Eisrettungs-Ausbildung am Baggersee Hamlar durch', erläutert Michael Haller, Vorsitzender der Wasserwacht Bäumenheim und Kreiswasserwacht Nordschwaben.

So trafen sich die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Mertingen und Bäumenheim sowie der Wasserwacht-Ortsgruppen aus Donauwörth, Rain und Asbach-Bäumenheim und trainierten unter der Führung von Michael Haller, Norbert Mittler von der Feuerwehr Bäumenheim und Manfred Rieger aus Mertingen die Eisrettung von eingebrochenen Personen.

Rund 60 Helfer und Zuschauer bildeten die Kulisse. Nachdem zwei Löcher ins Eis gefräst waren, sprangen die 'Opfer' mutig ins eiskalte Wasser. Geborgen wurden die mit Seilen gesicherten Kameraden in ihren dicken Neoprenanzügen einzeln und als Gruppe mit unterschiedlichen Gegenständen: Seile und Leitern kamen ebenso zum Einsatz wie ein Rettungsbrett und der spezielle Eis-Rettungsschlitten. Eigensicherung stand dabei für die Retter stets im Vordergrund.

Jeder Teilnehmer konnte an diesem Morgen den Sprung ins kalte Wasser ausprobieren. So konnte auch die Rettung eines Angehörigen der Feuerwehr in Einsatzkleidung und beschwert mit einem Bleigurt geprobt werden. Ganz wichtig war bei der gesamten Übung die koordinierte Hilfe und die reibungslose Zusammenarbeit aller Helfer. Die Theorie zur Eisrettungs-Übung führte Ausbilder Michael Haller einige Tage vorher bei der Feuerwehr Mertingen durch. Am Ende der halbtägigen praktischen Ausbildung fühlten sich alle Teilnehmer gut vorbereitet für den Notfall und waren sich einig, dass es eine wichtige und interessante Ausbildung war. Es gilt auf den Erfahrungen aus der Übung aufzubauen und möglichst effektiv die vorhandenen Rettungsmittel einzusetzen.


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