Wasserwacht Bäumenheim durchbricht Schallmauer! 400. Mitglied feierlich begrüßt

Bürgermeister Otto Uhl und Ortsgruppenvorsitzender Michael Haller loben die aktive Mitarbeit aller Wasserwachtmitglieder.
12. März 2011
„Das hat keiner von uns erwartet! Diese rasante Entwicklung in der Mitgliederzahl war überhaupt nicht abzusehen“, freut sich Michael Haller, Vorsitzender der Wasserwacht Bäumenheim. Vergangenen Samstag konnte die Ortsgruppe die kleine Tatjana Wirkner als 400. Mitglied zusammen mit ihrer Familie mit einer 10er-Karte für das Hallenbad Bäumenheim und einem Geschenk begrüßen. Erst Mitte November letzten Jahres hat das beliebte Hallenbad in Bäumenheim nach 18 Monaten Schließung wieder seine Pforten geöffnet.

Und ab dem ersten Training der Wasserwachtmitglieder war der Ansturm enorm: Jeden Samstag trainieren jetzt wieder die aktiven kleinen und großen Wasserretter in Alters- und Leistungsgruppen unterteilt ihre schwimmerischen Fähigkeiten. Betreut werden sie dabei von ausgebildeten Schwimm- und Rettungsschwimmtrainern, Jugendgruppenleitern und Tauchausbildern – natürlich ehrenamtlich.

„Ohne das vielfältige ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder wären wir nie so weit gekommen. Die Renovierung unseres Vereinsheimes, die Sanierung des Hallenbades – hätte uns nicht immer jemand mit Rat und besonders Tat zur Seite gestanden, könnten wir jetzt noch nicht wieder ins Becken springen“, bedankt sich Haller bei seinen tatkräftigen Mitgliedern. Auch die Durchführung der Schwimmkurse für die Kleinen, die Wachdienste im Naherholungsgebiet Hamlar und die vielen Kinderaktionen wären ohne die hervorragende Zusammenarbeit aller nicht möglich.

Großen Anklang fand auch dieses Jahr wieder der wöchentliche Kindernachmittag mit dem gelben Gummiungeheuer Nelly. Der Ansturm jeden Freitag hat auch die betreuenden Rettungsschwimmer verblüfft. Aber keine Angst – Nelly kommt wieder! Auch der „Normale“ Badebetrieb läuft ausgesprochen gut. Ob Öffentlichkeit oder Gruppen, das Hallenbad wird super angenommen. Die Anstrengungen haben sich gelohnt. „Heuer rennen die Badegäste uns die Bude ein, und das ist toll so!“ freut sich Haller.

In der Gemeinde Bäumenheim ziehen seit langem auch die Beteiligten aus Politik, Gemeinderat und Wasserwacht an einem Strang. Der finanzielle und personelle Kraftakt um die Sanierung und Erhaltung des Hallenbades wurde gemeinsam bewältigt und der Erfolg macht auch Bürgermeister Otto Uhl stolz: „ Unsere mutige Entscheidung zugunsten unseres Hallenbades kam zu einer Zeit, in der die Gelder der Gemeinden knapp bemessen sind. Aber es hat sich voll ausgezahlt!“ Uhl machte deutlich, dass weitere Anstrengungen nötig sind, um ein optimales Hallenbad zu erhalten. Ein möglicher zweiter Bauabschnitt hätte Schwimmbecken mit Beckenumgang, Sanitär- und Umkleidekabinen sowie die Anlagen zur Wasseraufbereitung und –rückgewinnung im Fokus.

Mit Interesse verfolgt der Gemeinderat die Diskussion, ob und in wie weit der Landkreis sich finanziell an der Sanierung von Hallenbädern beteiligt, so Bürgermeister Otto Uhl.

Doch das ist nicht überall so, wie Haller feststellt. Er ist auch Vorsitzender der Kreiswasserwacht und zuständig für das gesamte Donau-Ries. Hier zeigt die Schließung des Wemdinger Bades und auch die Entwicklung in Mönchsdeggingen verheerenden und langfristigen Folgen für die Bevölkerung, die leider nicht sofort erkannt werden: Die Basisausbildung wie Wassergewöhnung und Schwimmkurse und das Training von Rettungsschwimmern und Tauchern ist vor Ort nicht mehr möglich. Bereits in der kommenden Saison gehen dadurch potentielle Rettungskräfte für die Schnelleinsatzgruppe und den Wachdienst an Badeseen verloren. Die Ausbildung zum Rettungsschwimmer ist auch sehr wichtig, um anderen im Notfall das Leben retten zu können oder sich selber aus einer brenzligen Situation befreien zu können. Dies setzt aber voraus, dass Hallenbäder zur Verfügung stehen! Die Zukunft für den Wasserrettungsbereich Ries schaut damit düster aus. Gleichzeitig steigt die Zahl der Nichtschwimmer unter den Kindern rapide an und die umliegenden Schulen können Schwimmen nicht mehr im Lehrplan anbieten. Aber Schwimmen ist ein Stück Lebensqualität, im Urlaub ist ungetrübtes Badevergnügen nur mit ausreichenden Schwimmkenntnissen garantiert. Jedes Kind sollte Schwimmen lernen. In Bäumenheim werden derzeit mehrere Schwimmkurse von der Wasserwacht angeboten. Aber der Andrang ist riesig. Mit Wartezeiten bis zu einem Jahr auf einen Schwimmkursplatz ist zu rechnen.

In der vergangenen Badesaison war Bayern deutschlandweit bereits trauriger Rekordhalter mit 94 Ertrinkungsfällen an Flüssen und Seen – hoffen wir, dass sich das nicht wiederholt.


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